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Das Akademische Kunstmuseum

Das Akademische Kunstmuseum, die Antikensammlung der Universität Bonn, ist eines der ältesten Museen Bonns. Es hat seit seinen Anfängen im Jahr 1818 die Aufgabe, griechische und römische Kunst aus den Mittelmeerländern in Abguss und Original zu sammeln. In ihrer Vielseitigkeit und Systematik ist die Sammlung in Nordrhein-Westfalen unübertroffen. Zu erleben ist eine der größten Abguss-Sammlungen Deutschlands mit insgesamt rund 2400 Gipsabgüssen von Statuen, Reliefs und Kleinkunst. In der Originalsammlung sind Tausende antike Werke aus Marmor, Ton, Bronze und Glas zu sehen, die vielfältige Einblicke in die Welt der Antike geben. Weitere Stücke befinden sich in den Magazinen des Museums und werden für Lehrveranstaltungen, Führungen und Sonderausstellungen immer wieder ans Tageslicht gebracht.

Ankündigung 

 

 

 

Ab dem 15. Mai 2022 wird das Akademische Kunstmuseum in seinem Ausweichquartier in der Römerstraße 164 wieder für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Wir freuen uns, dort die Antikensammlung der Universität Bonn, wenngleich mit verkleinerter Abguss-Sammlung, wieder präsentieren zu können. Es besteht auch wieder die Möglichkeiten, Gruppenführungen zu buchen. Die öffentlichen Sonntagsführungen werden ebenfalls wieder aufgenommen werden. Beachten Sie dazu bitte die Ankündigungen unter „Termine“.

 

From 15 May 2022, the Academic Art Museum will once again be open to the public in its temporary location at Römerstraße 164. We are pleased to be able to present the antiquities collection of the University of Bonn there again, albeit with a reduced cast collection. 

 

 "Die Götter müssen umziehen" (Video über den Museumsumzug 2021)  

 

Geschichte des Museums

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Zur Geschichte der Klassischen Archäologie in Bonn

Schon bei den ersten Planungen für die Gründung der Universität in Bonn (ab 1815) war die Einrichtung eines Kunstmuseums vorgesehen worden, das die wichtigsten antiken Skulpturen in Abgüssen präsentieren sollte. Frühere Abgusssammlungen dienten hauptsächlich zur Ausbildung in Kunstakademien, so im 18. Jh. in Düsseldorf. Die Düsseldorfer Bestände bildeten dann den in der deutschen Klassik berühmten Antikensaal in Mannheim. Für die Universitätslehre waren Abgüsse schon von Ch. G. Heyne in Göttingen (ab 1763) benutzt worden, wo die Skulpturen allerdings in der Universitätsbibliothek verstreut aufgestellt waren. Das Bonner Museum, das Akademische Kunstmuseum, war als museale Lehreinrichtung neu und wurde vielfach nachgeahmt. Schon vor der eigentlichen Gründung der Universität wurden die ersten Abgüsse in Paris bestellt.

Zum Leiter wurde 1819 Friedrich Gottlieb Welcker (1784-1868) berufen, der schon 1809-1816 in Gießen als erster in Deutschland neben der Philologie auch die Archäologie offiziell vertreten hatte und über Göttingen nach Bonn kam. Welcker lehrte Archäologie sowohl in den Räumen des Akademischen Kunstmuseums, das bis 1884 im Hauptgebäude der Universität untergebracht war, als auch mit Hilfe von Tafelwerken in der darüber gelegenen Universitätsbibliothek. Schon 1827 konnte ein erster Katalog des Museums erscheinen. Welcker gehörte zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Idealismus. In vielen seiner Werke verband er philologische und archäologische Kenntnisse in einer noch heute wünschenswerten Weise. 1854 trat er von seinen Ämtern zurück.

Sein Nachfolger im Lehramt als Philologe und Archäologe wurde Otto Jahn (1819-1869), der sich die Direktion des Museums bis 1861 mit dem Philologen F. Ritschl teilte. Jahn, der vor seiner Bonner Zeit vor allem durch mythologische Studien und den ersten Vasenkatalog in München hervorgetreten war, schrieb hier Untersuchungen zu römischen Wandmalereien, Militärabzeichen sowie den ersten Aufsatz über "Darstellungen des Handwerks und Handelsverkehrs". Bei ihm ließ die historisch kritische Methode den idealistischen Anspruch schon zurücktreten. Zu seinen philologischen Werken in der Bonner Zeit gehört vor allem die Ausgabe der römischen Satiriker. Er gab aber auch einige Werke von Goethe und einige seiner Briefwechsel heraus. In Bonn entstand die heute noch wichtige Biographie Mozarts. Den Bestand des Museums an Abgüssen konnte er fast verdoppeln und dafür eine Erweiterung der Räumlichkeiten durchsetzen. Auch die Originalsammlung wurde vermehrt.

Reinhard Kekulé (1839-1911) wurde 1870 als erster deutscher Lehrstuhlinhaber allein für Archäologie nach Bonn berufen. Er betrieb vor allem antike Kunstgeschichte, wobei die Plastik im Vordergrund stand. Die schon von Jahn gewünschte Vorlage des antiken Kunstschaffens in Corpora - vergleichbar den Ausgaben antiker Autoren und Inschriften - hat er vor allem durch seine Pläne zur Bearbeitung der antiken Terrakotten gefördert. Das Akademische Kunstmuseum profitierte davon durch zahlreiche Ankäufe auf diesem Gebiet, vor allem aus Unteritalien. Sie bilden heute einen Schwerpunkt der Sammlung. Auch wichtige Vasen konnten erworben werden. Das wichtigste Ergebnis von Kekulés Bonner Amtszeit (er ging 1889 nach Berlin) war die Errichtung eines eigenen Gebäudes für das Akademische Kunstmuseum. Es gelang ihm, den 1823-30 von Waesemann und Schinkel errichteten und 1872 geräumten klassizistischen Bau der Alten Anatomie für das Kunstmuseum zu erhalten. 1884 wurde er durch ein neues Gebäude für die Abgusssammlung erweitert. In sieben Sälen konnte die antike Kunstgeschichte vom Alten Orient bis in die römische Zeit studiert werden, wobei die hohe Klassik den größten Raum und die Rotunde des Schinkelbaus, das ehemalige theatrum anatomicum, erhielt. Diese Anordnung ist in den Grundzügen noch heute erhalten. Bibliothek, Hörsaal und Originalsammlung waren in den Seitenflügeln des Schinkelbaus untergebracht, räumlich also sehr beengt.

 



Kekulés Nachfolger Georg Loeschcke (1852-1915) hatte sich vor allem durch die erste Bearbeitung der mykenischen Keramik hervorgetan. In Bonn sorgte er durch Ankäufe und die Anregung zu Schenkungen dafür, daß die Originalsammlung zu einer der vielseitigsten unter den kleinen Antikenmuseen wurde. Bibliothek, Photosammlung und Hörsaal konnten ab 1908 in einem Institutsbau neben der Abgußsammlung untergebracht werden. Loeschcke hatte eine große Schar von Schülern aus dem In- und Ausland, zu denen wie bei Welcker und Kekulé auch die preussischen Prinzen gehörten, die traditionell in Bonn studierten. 1912 wurde Loeschcke wie sein Vorgänger nach Berlin berufen.

Sein Nachfolger Franz Winter (1861-1930) war bei Kekulé über jüngere attische Vasen promoviert worden und hatte dann bei ihm den Typenkatalog der antiken Terrakotten geschrieben. Zu seinen späteren Werken gehören die Bearbeitung der pergamenischen Skulpturen, des Hildesheimer Silberschatzes und des Alexandermosaiks. In seinen Bonner Jahren (1912-1929) konnte er nur Vorarbeiten zu den pompejanischen Mosaiken und zu einer Geschichte der griechischen Malerei liefern, für die er eine große Zahl von hervorragenden Aquarellen als Tafelvorlagen schuf.

Richard Delbrueck (1875-1957), Schüler von Loeschcke, war 1909 bis 1915 Direktor des römischen Instituts gewesen. Als Professor in Bonn (1928-1940) schrieb er seine heute noch grundlegenden Werke zur spätantiken Kunst (Konsulardiptychen, Porphyrwerke, Kaiserporträts, Münzbilder des 3. Jhs.). 1940 wurde er aus politischen Gründen emeritiert. Das Museum wurde durch Übermalung der Wände dem Zeitgeschmack angepaßt, war aber wegen Ausfall der Heizung nur noch im Sommer zugänglich. Von den Beständen wurden die attischen Vasen erstmals umfassend publiziert.

Ernst Langlotz (1895-1978) hatte an der gültigen Chronologie der archaischen und frühklassischen Kunst, an der Erforschung der Vasenmalerei, der Akropoliskoren und der Landschaftsstile archaischer Zeit entscheidenden Anteil. In Bonn (1944-1966) hatte er mit den Schwierigkeiten der Kriegs- und Nachkriegszeit zu kämpfen, bei denen das Akademische Kunstmuseum einige Verluste erlitt. 1945 gehörte er zu den wenigen Professoren, die große Scharen von Studenten aus allen Fächern anzogen, weil er es verstand, die Antike als Möglichkeit einer Sinngebung zu vermitteln. In Bonn beschäftigte er sich mit Problemen der hochklassischen Kunst, vor allem des Phidias und seiner Schüler, der Rekonstruktion einzelner Werke und vor allem mit der Kunst der Griechen in Sizilien und Unteritalien. Die Originalsammlung wurde um wichtige Einzelstücke bereichert, ebenso die Abgüsse archaischer und klassischer Skulptur. Eine zweite Professur konnte eingerichtet werden, die der Phöniker- und Ibererforscher Erich Kukahn (1910-1987) von 1961-1975 bekleidete. Das Museum erhielt eine hauptamtliche Kustodenstelle.

Nikolaus Himmelmann (1929-2013) war Ordinarius von 1966-1994. Seine vielfältige wissenschaftliche Arbeit galt vor allem grundlegenden Fragen der Interpretation griechischer Kunst, aber auch Problemen späterer Zeit bis in die Gegenwart. Sie kann hier nicht eingehender gewürdigt werden. Zahlreiche Schüler aus dem In- und Ausland bezeugen seine Wirkung. Das Museum wurde durch erneuten Einbau einer Heizung im Winter wieder zugänglich und dem Publikum geöffnet, die Originalsammlung durch neue Vitrinen attraktiver. Zahlreiche Originale aus allen Gattungen und Abgüsse aus vielen Gebieten konnten erworben werden. Die wissenschaftliche Aufarbeitung durch Kataloge, Monographien zur Geschichte des Hauses, ein Verzeichnis der Abgüsse, Einzelpublikationen und durch Führer machte große Fortschritte.
Link zum Schriftenverzeichnis

Hanns Gabelmann (1936-1996) habilitierte sich 1971 in Bonn und war seit 1973 Professor für Klassische Archäologie. Seine wissenschaftlichen Arbeiten in Bonn galten vor allem den Grabbauten und Grabskulpturen der römischen Provinzen und der Ikonographie römischer Grab- und Staatsreliefs.

Abguss-Sammlung

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Archaik (ca. 650 - 490 v.Chr.)

Die Archaik ist die frühste Epoche der griechischen Großplastik. Typisch ist die Stilisierung einzelner Körperdetails, das Lächeln und der anfangs blockhafte Aufbau der Figuren. Das frühste Exponat ist der Abguss des Löwentors von Mykene aus der Zeit um 1300 v. Chr. Daneben finden sich zahlreiche Abgüsse von Kouroi, Standbilder nackter junger Männer, Koren, Standbilder junger Mädchen sowie Beispiele archaischer Bauskulptur. Interessant sind die Abgüsse der Giebelskulpturen des Aphaiatempels auf Ägina, die noch die Ergänzungen des klassizistischen Bildhauers Thorvaldsen zeigen, die am Original wieder entfernt wurden. 

 

 

 

 

Strenger Stil (ca. 490 - 450 v.Chr.)

Der Strenge Stil ist der frühste Abschnitt der griechischen Klassik und stellt den Übergang von Archaik zu Hochklassik dar. Charakteristisch ist die zunehmende Bewegung der Körper, gut zu erkennen am Tiberapoll oder am Omphallosapoll. Neben den Tyrannenmördern, dem Gott aus dem Meer oder dem Wagenlenker von Delphi beherbergt dieser Saal zahlreiche Bauskulpturen des Zeustempels von Olympia. Auch das größte Exponat des Akademischen Kunstmuseums findet sich hier, der gut 4 Meter große archaische Isches-Kouros aus Samos.



Hochklassik (ca. 450 - 400 v.Chr.)

Der zentrale Saal des Museums zeigt einige der wichtigsten Abgüsse griechischer Skulptur, wie etwa den Fries des Parthenon aus Athen. Die Abgüsse stammen aus den Jahren 1821, bzw. 1864 - 68 und zeigen somit einen Erhaltungszustand, den die Originale durch Korrosion und Luftverschmutzung verloren haben. Weiterhin finden sich hier Abgüsse wichtiger Skulpturen wie dem Doryphoros, dem Diadumenos oder der Giebelskulpturen des Parthenon. Der Hauptsaal wird häufig für wechselnde Sonderausstellungen genutzt.



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Im Durchgang zur Originalsammlung sind einige Grabreliefs ausgestellt, wie das Dexileosrelief, das Ilissosrelief oder die New Yorker Taubenstele.


Nachklassik / 4. Jahrhundert (ca. 400 - 323 v.Chr.)

Im Saal des 4. Jahrhunderts finden sich zahlreiche Abgüsse schon früh berühmt gewordener Skulpturen, wie der Apollon vom Belvedere, der Hermes von Olympia und der Herakles Farnese. Auch Beispiele der Bauskulptur vom Mausoleum in Halikarnassos sind hier ausgestellt.
Typisch für diese Epoche ist die zunehmende Längung der Gliedmaßen und des ganzen Körpers sowie der zunehmend labilere Stand.

 

 

 

Hellenismus (ca. 323 - 30 v.Chr.)

Der Hellenismus stellt die letzte Epoche der griechischen Skulptur dar, bevor diese von der römischen überlagert wird. Sein Beginn wird mit dem Tod Alexanders, sein Ende mit der Herrschaft des Augustus verbunden. Eine stringente Stilentwicklung ist in dieser Zeit nur schwer zu beobachten, vielmehr existieren verschiedene Strömungen nebeneinander, die sich in geschlossenen, geöffneten, pathetischen oder flächigen Formen ausdrücken. Zentrale Werke dieser Epoche finden sich hier im Abguss, wie Teile des Pergamonaltars, die Nike von Samothrake, der Laokoon, die Aphrodite von Melos und der Thermenherrscher und daneben die Florentiner Ringergruppe und der Augustus von Primaporta.


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(Text und Gestaltung: Marc Kähler; Fotos: Uni Bonn, W. Klein, M. Bräker)


Aus Platzgründen können nicht alle Abgüsse in der Dauerausstellung gezeigt werden. Zahlreiche Reliefs und Köpfe sind magaziniert und werden zu Seminaren, Führungen und Sonderausstellung in den Sammlungsräumen präsentiert.

 

Original-Sammlung

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Rotunde

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Die Rotunde ist das Herzstück der Originalsammlung des Akademischen Kunstmuseums. Die Rotunde führt eindrucksvoll vor Augen, dass der sog. Schinkelbau für das Bonner Anatomische Institut errichtet wurde: In dem runden Saal ist das ehemalige Anatomische Theater, in dem früher seziert wurde. In hohen Holzrängen nahmen die Studierenden Platz. Das Anatomische Institut zog nach wenigen Jahrzehnten aus dem Gebäude wieder aus, welches dann als Akademisches Kunstmuseum neu genutzt und erweitert wurde.

Neben Gipsabgüssen des Kassler Apolls, dreier Amazonen sowie des Frieses des Apollontempels vom Bassai finden sich hier heute die originalen Marmorwerke des Akademischen Kunstmuseums: Attische Grabreliefs des 4. Jahrhunderts v. Chr., Doppelhermen und diverse Marmorporträts, etwa der ägyptischen Königin Arsinoe II. oder der Gattin des Augustus Livia.

Vor der Tür in Richtung Hofgarten stehen die  Büsten von F. G. Welcker, dem ersten Leiter des Akademischen Kunstmuseums und von K. F. Schinkel, dem bedeutenden klassizistischen Baumeisters, auf dessen Schüler Waesemann die Pläne den ersten Baukörper des Museums zurückgehen.


1. Raum - Kleiner Vasensaal


Ein Schwerpunkt der Bonner Sammlung ist die antike Keramik, die in drei Sälen ausgestellt und nach der Entstehungszeit und nach Produktionsorten geordnet ist.

Kriegerkopfböotische Amph.

Der erste Raum der Originalsammlung zeigt Keramik vom Neolithikum bis zum 6. Jahrhundert v. Chr., darunter Stücke aus Kreta, von den Kykladen und Zypern, wie eine Schale mit der Darstellung eines Webstuhls.

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Es folgen Funde aus Schliemanns Troia-Ggrabung, Exemplare aus geometrischer Zeit, benannt nach den Formen des Dekors, und korinthischer Zeit, benannt nach dem Hauptherstellungsort Korinth. Gut erhalten ist die Bemalung eines minoischen Tonsarges, die einen Tintenfisch zeigt. 


 

 

2. Raum - Großer Vasensaal

Apulische Amphora

 

 

Der Hauptraum der Vasensammlung beherbergt Beispiele böotischer, attisch schwarz- und rotfiguriger, unteritalischer und hellenistischer Keramik. Gut nachzuvollziehen ist der entscheidende Dekorationswandel anhand der Beispiele in den beiden freistehenden Vitrinen. Die vordere enthält Beispiele attisch schwarzfiguriger Keramik, bei der die Figuren mit schwarzen Malschlicker aufgemalt wurden und nach dem Brand mit Ritzlinien verziert wurden. Die hintere Vitrine enthält Exemplare attisch rotfiguriger Keramik, bei der der Hintergrund schwarz ausgemalt wird, wobei die Figuren im Tongrund stehen bleiben. Nun kann vor dem Brand die Binnengliederung mit einem dünnen Pinsel gemalt werden.

 

 

 

Gnathia

Das Museum beherbergt daneben auch große Scherbensammlungen, wie es typisch ist für eine Lehr- und Studiensammlung. Einen herausragenden Komplex bilden die Fragmente des sog. Bonner Werkstattfundes, anhand derer Techniken, Herstellunsgprozesse und Arbeitsabläufe in einer antiken Töpferwerkstatt diskutiert werden können.


 

3. Raum - Sog. Lampensaal

 

PilgerfalscheLampe

Der dritte Raum - mit Blick auf den Hofgarten - zeigt Beispiele hellenistischer und italisch-indigener sowie provinzialrömischer Keramik, Exponate der römischen Kaiserzeit, darunter zahlreiche Lampen.  

 

 4. Raum


Der Durchgang hinter der Rotunde zeigt einige Beispiele kleinformatiger Marmor- und Terrakottaplastik.

Bronzepferdchen

 

5. Raum - Bronzesaal

 

Der nächste Raum enthält Beispiele griechischer und römischer Kleinbronzen, zahlreiche Fibeln, Schmuck und Gefäße sowie diverse Waffenteile, darunter einen persischen Helm, ein Geschenk des Schahs von Persien an die Bundesrepublik Deutschland. In einer Wandvitrine befinden sich Beispiele von Edelmetallarbeiten und Edelsteinen.

 

 

6. Raum - Terrakottasaal  

Tanagräerin

 

 

 

 

Einen weiteren Schwerpunkt der Sammlung machen antike Terrakotten aus. Hervorzuheben sind qualitätvolle Stücke aus Unteritalien, Etrurien und Sizilien, aus Ostionien und den griechischen Inseln. Wichtig ist weiterhin ein ägyptischer Holzsarkophag aus Abusir. Die Grabbeigaben, u.a. zwei Schabeisen, beweisen den griechischen Charakter der Bestattung.

 

Ein Highlight des Museums ist schließlich das Mumienporträt eines jungen Mädchens aus Ägypten, welches zu den besten der Gattung gerechnet wird.

 

  7. Raum - Münzsaal 

Münze

Der nach den Sanierungsarbeiten neu hinzugekommene Ausstellungsraum ermöglicht nun einen kompletten Rundgang durch die Originalsammlung. Hier sind die umfangreichen Sammlungen antiker Münzen und antiken Glases weitaus großzügiger präsentiert. Erstmals werden nun Beispiele antiker Stoffe und Gewebe ausgestellt, daneben eine Auswahl an Alltagsgeräten.

 

 

 

(Text und Gestaltung: Marc Kähler; Fotos: J. Schubert, W. Klein, M. Bräker)

Virtueller Rundgang durch das Museum

Klicken sie auf das Bild für einen virtuellen Rundgang durch das Museum.

 

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© 360-up.com || Marcus Mitter

EinBlicke aus dem AKM

Seit einigen Jahren ist es zu einem Trend geworden, den Sarkophag der Großmutter oder die Urne des Opas anzumalen oder anmalen zu lassen, um den Verstorbenen einen persönlichen letzten Gruß mitzugeben. Dieser Trend ist aber gar nicht so neu, sondern steht in einer langen Tradition. Bereits in der Antike war es üblich – insofern das entsprechende Vermögen vorhanden war – die hölzernen oder steinernen Sarkophage bunt zu bemalen und sogar mit Reliefschmuck zu versehen. Das Bedürfnis, den menschlichen Körper nicht nur der Natur oder dem alles verzehrenden Feuer zu überlassen, ist besonders aus der ägyptischen Tradition bekannt. Durch die Handelsbeziehungen zwischen Ägypten und Griechenland kam dieser Brauch auch in die ägäischen Gebiete. Eine besondere Gattung bilden die erstmals gegen Ende des 19. Jhs. in der heutigen Türkei gefundenen klazomenischen Tonsarkophage.

Die antike Stadt Klazomenai liegt in der antiken Landschaft Ionien an der kleinasiatischen Westküste in der heutigen Türkei, etwa 40 km westlich von Izmir, dem alten Smyrna. Die frühesten klazomenischen Sarkophage werden anhand der in den Gräbern gefundenen Keramik gegen 630 v. Chr. datiert. Mittlerweile sind in Klazomenai sechs Nekropolen lokalisiert. Die Sarkophage fanden sich zwar auch in Smyrna und vereinzelt auf umliegenden griechischen Inseln, doch lag das Produktionszentrum in Klazomenai. Zu Beginn handelte es sich um bemalte Ton-Imitationen von Holzkisten. Aufgrund des robusten Materials haben sich die Ton-Sarkophage an sich bis heute gut erhalten, allerdings hat ihre Bemalung die Zeit nicht immer so gut überstanden.

 

Objekt der Woche KW 19 2022 1 Objekt der Woche KW 19 2022 2

 

Klazomenischer Sarkophag | Inv.-Nr. 2333 | Ton | L 208 cm, T 83 cm (oben), 71 cm (unten) | ionisch-hochklassisch, 450–430 v. Chr.

 
Besonders interessant ist die Art der Dekoration, die sich seit dem 6. Jh. herausbildete: Die Sarkophage wurden nicht nur an den Seiten und Deckeln bemalt, sondern auch an den Oberseiten ihrer relativ breiten Ränder. Außerdem sind viele Sarkophage nicht einfach rechteckig, sondern laufen trapezförmig zum Fußende hin immer schmaler zu. Es gab in der Größe jeweils angepasste Sarkophage sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Wahrscheinlich stand ein solcher Sarkophag aufgrund seines Gewichts von mehreren hundert Kilogramm bereits vor der Bestattung an seinem vorbestimmten Platz, sodass die Leiche, die im Rahmen der Trauerprozession auf einer Bahre herangebracht worden war, dann am Bestattungsplatz in den Sarkophag gebettet werde konnte.


Das Akademische Kunstmuseum verwahrt zwei (fast) vollständig erhaltene Tonsarkophage und dazu noch Fragmente von zwei weiteren. Näher vorgestellt wird hier das vollständig erhaltene Exemplar mit der Inv.-Nr. 2333, das vor 1908 für das Museum angekauft wurde. Leider ist nicht bekannt, aus welcher Nekropole der Sarkophag stammt. Er ist innerhalb seiner Gattung ziemlich spät, d. h. gegen 450/430 v. Chr. einzuordnen. Nur noch der Rand der Wanne ist erhalten. Der Gesamtlänge von 208 cm zufolge war der Sarkophag für einen erwachsenen Menschen vorgesehen.


Die Dekoration des Sarkophages ist mit schwarzem Tonschlicker, der durch einen ungleichmäßigen Brand jedoch teilweise bräunlich erscheint, in Umrisszeichnung dem weißen Untergrund aufgemalt. Am Kopfende stehen zwei geflügelte, im Profil dargestellte, antithetisch angeordnete Sphingen an einem Kreuz aus vier Palmetten. Ungewöhnlich für Sphingen ist, dass sie als Schmuck eine Stephane im Haar tragen. Unter jeder Sphinx wächst ein belaubter Zweig hervor. Das Bildfeld wird von mehreren dekorativen Bändern eingerahmt, darunter hauptsächlich Mäander. Auf den Langseiten des Sarkophags findet sich unter vermittelnden Mäanderfeldern oben zwischen schmalem Flechtband mit ,Augeʻ und Mäander jeweils ein bartloser, einwärts gewandter Kopf im Profil, dessen lange Haare hinten zu einem Dutt zusammengebunden sind und mit weißen Kränzen geschmückt sind. Darunter windet sich ein doppeltes Flechtband mit ,Augenʻ hinab bis zur Fußleiste, wo kurze Rankenäste aus jeweils zwei volutenartigen Einrollungen breitere Übergangsfelder schmücken. Unterhalb der Voluten sind am unteren Abschluss fünf Reihen von Schuppen zu erkennen, die jeweils einen schwarzen Tropfen in der Mitte tragen. Die Außenseiten des Sarkophagrandes sind mit Eierstäben bemalt.


Die Sphingen erinnern an die Verbindung zu Ägypten und zum Vorderen Orient. Die Gesichter ähneln denen der beiden Köpfe auf den Langseiten. Die Stephanai der Sphingen kennzeichnen sie als Frauenköpfe, während die Kränze der beiden jugendlichen Profilköpfe auch von Männern getragen wurden. Während sich die Einzelköpfe konkreter Deutung entziehen, beschützten Sphingen nach damaliger Vorstellung als apotropäische Wesen die Verstorbenen und markierten Schwellensituationen, hier demnach den Übergang vom Diesseits ins Jenseits.

 

Weitere Informationen zu den Klazomenischen Sarkophagen und zum Bonner Stück finden Sie in: R. M. Cook, Clazomenian Sarcophagi (Mainz 1981) 67 f. Kat. J 10 Abb. 47 Taf. 103.

(Text: Rebecca Telöken, Masterstudentin der Christlichen Archäologie; Bildnachweis: © Akademisches Kunstmuseum, Fotos: Jutta Schubert)

 

Hier finden Sie die Texte unserer "EinBlicke aus dem AKM"-Reihe zum Herunterladen:

 

Bronzepferdchen | Inv.-Nr. C 74 (KW 15/2020)
Attisch-rotfiguriger Glockenkrater des Polion | Inv.-Nr. 78 (KW 16/2020)
Statuette eines Knaben mit Kinderwägelchen | Inv.-Nr. D 302 (KW 17/2020)
Statuette des ‚Tanzenden Fauns‘ | Inv.-Nr. 59 a (KW 18/2020)
Gemme mit Perseus, Andromeda und dem Ketos | Daktyliothek Reinhardt – Stosch cl. 3, 152 (KW 19/2020)
Sog. Großes Eleusinisches Weihrelief | Inv.-Nr. 710 (KW 20/2020)
Tetradrachme | Inv.-Nr. G.41.21 (KW 21/2020)
Herme des Alkamenes | Inv.-Nr. 1300 (KW 22/2020)
Kampanischer Tauben-Guttus | Inv.-Nr. 1548 (KW 23/2020)
Friesplatten Nord II und III des Parthenon auf der Athener Akropolis| Inv.-Nr. 2030 (KW 24/2020)
Porträtkopf der Livia | Inv.-Nr. B 79 (KW25/2020)
Sarkophag-Applik | Inv.-Nr. D 767 (KW26/2020)
Torsopuppe | Inv.-Nr. D 200 (KW27/2020)
Attisch-schwarzfigurige Amphora | Inv.-Nr. 44 (KW28/2020)
Strigilis | Inv.-Nr. C 162 (KW31/2020)
Gemma Augustea | Inv.-Nr. 2235 a  (KW34/2020)
Attisch-schwarzfiguriges Oon-Fragment | Inv.-Nr. 846 (KW40/2020)
Antoninian (Münze) | Inv.-Nr. R.58.04 (KW11/2021)
Klazomenischer Sarkophag | Inv.-Nr. 2333 (KW19/2022)

 

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