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Willkommen im Akademischen Kunstmuseum

Das Akademische Kunstmuseum, die Antikensammlung der Universität Bonn, ist eines der ältesten Museen Bonns. Es hat seit seinen Anfängen im Jahr 1818 die Aufgabe, griechische und römische Kunst aus den Mittelmeerländern in Abguss und Original zu sammeln. In ihrer Vielseitigkeit und Systematik ist die Sammlung in Nordrhein-Westfalen unübertroffen. Zu erleben ist eine der größten Abguss-Sammlungen Deutschlands mit insgesamt rund 2400 Gipsabgüssen von Statuen, Reliefs und Kleinkunst. In der Originalsammlung sind Tausende antike Werke aus Marmor, Ton, Bronze und Glas zu sehen, die vielfältige Einblicke in die Welt der Antike geben. Weitere Stücke befinden sich in den Magazinen des Museums und werden für Lehrveranstaltungen, Führungen und Sonderausstellungen immer wieder ans Tageslicht gebracht.

 Akademisches Kunstmuseum sonntags wieder geöffnet

Wie alle Museen musste auch das Akademische Kunstmuseum, die Antikensammlung der Universität Bonn, vorübergehend coronabedingt schließen. Ab dem 12. Juli 2020 hat die Sammlung nun ihre Pforten wieder für die Besucher geöffnet, vorerst ausschließlich sonntags zwischen 11.00 und 18.00 Uhr.

Die Sonntagsführungen finden aufgrund der Hygieneregeln leider noch nicht wieder statt.

Die Museumsbesucher werden gebeten, eine Mund-Nasen-Bedeckung mitzubringen, die im Gebäude getragen werden muss. 


EinBlicke aus dem AKM


Objekt der Woche KW 31 1

Diskobol des Myron, Gipsrekonstruktion AKM

 

Am vergangenen Wochenende hätten unter normalen Umständen die Olympischen Spiele in Tokio begonnen. Die antiken Spiele im griechischen Olympia zu Ehren des Zeus gehen nach heutiger Zeitrechnung auf das Jahr 776 v. Chr. zurück und gehörten neben denen in Delphi, Nemea und Isthmia zu den panhellenischen Agonen, die Athleten der ganzen griechischen (und später römischen) Welt offenstanden. Neben diesen vier sportlichen Großereignissen existierten jedoch noch zahlreiche kleinere Spiele in der griechisch-römischen Antike. Wie wichtig Sport und Wettkämpfe für die antiken Menschen waren, zeigen unzählige Darstellungen von Athleten in der Bildkunst, darunter berühmte Werke wie der von Myron geschaffene Diskobol (griech. für Diskuswerfer), der auch für die neuzeitlichen Olympischen Spiele immer wieder als Symbol verwendet wurde. Neben den Bildern von Athleten haben sich aber auch deren Geräte erhalten. Dabei kann es sich auch um Gegenstände handeln, die erst nach dem Sport zum Einsatz kamen, wie unser aktuelles Objekt zeigt.

 

Objekt der Woche KW 31 2

Strigilis | Inv.-Nr. C 162 | Bronze | L 26 cm | zwischen 450–350 v. Chr.


Es handelt sich um ein Schabeisen aus Bronze. Im Griechischen werden solche Schabeisen als Stlengis (Pl. Stlengides) bezeichnet, doch wird heutzutage eher der lateinische Begriff Strigilis (Pl. Strigiles; vgl. unser Wort, Striegel‘) verwendet. Die Strigilis im AKM folgt der typischen Grundform der antiken Schabeisen, die aus einem Griff und der sog. Schaufel besteht. Die Schaufel ist bei dem Bonner Exemplar beinahe rechtwinklig gebogen und stark gewölbt. Der Griff ist wie eine langgezogene Schlaufe geformt. Auf seiner Oberseite, die breiter als die untere ist und sich zur Mitte hin verjüngt, befindet sich ein Stempel. Er zeigt den stehenden, nach rechts gerichtetem Herakles. Sein linkes Bein ist erhöht aufgesetzt, auf dem Knie ruht der linke Arm. In der gesenkten Rechten hält Herakles die für ihn typische Keule. Darstellungen des Herakles, dem die Athleten nacheiferten, waren in sportlichem Kontext beliebt, wie schon das letzte vorgestellte Objekt verdeutlichte.

 

 Objekt der Woche KW 31 3

 

Griechische Sportler ölten sich vor ihren Übungen in der Palästra ein. Während des Sportes vermischte sich das Öl mit Schmutz und dem Schweiß des Athleten. Um diese Mixtur von der Haut zu schaben, wurde die Strigilis eingesetzt. Diesen Vorgang gibt beispielsweise eine berühmte Statue des Lysipp wieder, die Apoxyomenos (griech. für ,der sich Abschabende‘) genannt wird. Die Strigilis war Bestandteil eines Sets, eines Palästrabesteckes, das Athleten für ihre Körperpflege benötigten. Dazu gehörten außerdem ein Ölfläschchen, ein Schwamm und eine Schale zum Übergießen. Zahlreiche Darstellungen, besonders Vasenbilder, aber auch viele griechische Grabreliefs, geben diese Geräte in Zusammenhang mit Athleten wieder. Strigiles wurden jedoch nicht nur von Athleten verwendet, sondern auch sonst zur Körperreinigung eingesetzt.

 

Objekt der Woche KW 31 4

Apoxyomenos des Lysipp, Gipsabguss AKM

Die antiken Schabeisen sind seit dem 6. Jh. v. Chr. fassbar und konnten aus verschiedenen Materialien bestehen, darunter Blei, Gold, Silber und Elfenbein. Am häufigsten treten allerdings Strigiles aus Eisen oder Bronze auf. Die Formen von Griff und Schaufel veränderten sich über die Jahrhunderte hinweg, sodass etwa die Krümmung einer Schaufel Hinweise auf die Datierung geben kann. Die Strigilis im AKM wird aufgrund ihrer Form in die Zeit zwischen 450 und 350 v. Chr. eingeordnet. Die heute erhaltenen Strigiles stammen überwiegend aus Gräbern, doch wurden sie auch an ihren ursprünglichen Einsatzorten, etwa Palästren oder Thermenanlagen, gefunden. Vielfach ist der Fundkontext jedoch nicht mehr bekannt. Dies ist auch bei dem Bonner Exemplar der Fall, von dem wir lediglich wissen, dass es in Griechenland erworben wurde. Neben dieser Strigilis besitzt das Akademische Kunstmuseum weitere Schabeisen aus Ägypten, Italien und Griechenland.

(Text: Hannah Peters, Leiterin der studentischen Museums-AG des AKM; Bildnachweis: ©Akademisches Kunstmuseum, Fotos: Prof. Dr. Frank Rumscheid, Jutta Schubert, Isabella Waltriny)

 

 

Hier finden Sie die Texte unserer "EinBlicke aus dem AKM"-Reihe zum Herunterladen:

Bronzepferdchen | Inv.-Nr. C 74 (KW 15/2020)

Attisch-rotfiguriger Glockenkrater des Polion | Inv.-Nr. 78 (KW 16/2020)

Statuette eines Knaben mit Kinderwägelchen | Inv.-Nr. D 302 (KW 17/2020)

Statuette des ‚Tanzenden Fauns‘ | Inv.-Nr. 59 a (KW 18/2020)

Gemme mit Perseus, Andromeda und dem Ketos | Daktyliothek Reinhardt – Stosch cl. 3, 152 (KW 19/2020)

Sog. Großes Eleusinisches Weihrelief | Inv.-Nr. 710 (KW 20/2020)

Tetradrachme | Inv.-Nr. G.41.21 (KW 21/2020)

Herme des Alkamenes | Inv.-Nr. 1300 (KW 22/2020)

Kampanischer Tauben-Guttus | Inv.-Nr. 1548 (KW 23/2020)

Friesplatten Nord II und III des Parthenon auf der Athener Akropolis| Inv.-Nr. 2030 (KW 24/2020)

Porträtkopf der Livia | Inv.-Nr. B 79 (KW25/2020)

Sarkophag-Applik | Inv.-Nr. D 767 (KW26/2020)

Torsopuppe | Inv.-Nr. D 200 (KW27/2020)

Attisch-schwarzfigurige Amphora | Inv.-Nr. 44 (KW28/2020)

Strigilis | Inv.-Nr. C 162 (KW31/2020)


Öffnungszeiten:

Sonntags von 11 bis 18 Uhr

An Feiertagen geschlossen

   

Klicken sie auf das Bild für einen virtuellen Rundgang durch das Museum.

 

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© 360-up.com || Marcus Mitter

 

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  • Geschichte des Museums

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  • Abguss-Sammlung

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  • Orginal-Sammlung

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  • Datenbanken

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