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 Akademisches Kunstmuseum

Das Akademische Kunstmuseum, die Antikensammlung der Universität Bonn, ist eines der ältesten Museen Bonns. Es hat seit seinen Anfängen im Jahr 1818 die Aufgabe, griechische und römische Kunst aus den Mittelmeerländern in Abguss und Original zu sammeln. In ihrer Vielseitigkeit und Systematik ist die Sammlung in Nordrhein-Westfalen unübertroffen. Zu erleben ist eine der größten Abguss-Sammlungen Deutschlands mit insgesamt rund 2400 Gipsabgüssen von Statuen, Reliefs und Kleinkunst. In der Originalsammlung sind Tausende antike Werke aus Marmor, Ton, Bronze und Glas zu sehen, die vielfältige Einblicke in die Welt der Antike geben. Weitere Stücke befinden sich in den Magazinen des Museums und werden für Lehrveranstaltungen, Führungen und Sonderausstellungen immer wieder ans Tageslicht gebracht.

 

Das Akademische Kunstmuseum bleibt bis auf Weiteres geschlossen. 
Alle Sonntagsführungen, Führungen und Vorträge sind mit sofortiger Wirkung abgesagt.


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 Lebenszeichen aus dem AKM

Die antiken Griechen verfügten über zahlreiche Götter, die wiederum unter vielfältigen Beinamen verehrt wurden. Athena war etwa mit dem Beinamen Polias als Stadtgöttin bekannt, während sie als Athena Ergane über das Handwerk wachte. Die verschiedenen Gottheiten mit ihren diversen Zuständigkeitsbereichen deckten so gut wie alle Aspekte des antiken Lebens ab. Es verwundert daher nicht, dass es auch einen Gott gab, dessen Aufgabenbereich Seuchen waren: Apollon Smintheus, der auf unserem Objekt der Woche abgebildet ist.

 

Objekt der Woche KW 21 Vorderseite  Objekt der Woche KW 21 Rückseite

Tetradrachme | Inv.-Nr. G.41.21 | Dm 33 mm, Gewicht 16,86 g | Prägeort: Alexandreia Troas | 157 v. Chr.

 

Auf der Vorderseite einer Tetradrachme, einer griechischen Silbermünze, ist der Kopf Apollons im Profil nach links gerichtet zu sehen. Er trägt den für Apollon typischen Lorbeerkranz. Auf der Rückseite der Münze ist der Gott als stehende Gewandfigur abermals dargestellt. In seiner Rechten erkennt man eine Schale, vermutlich für ein Trankopfer, während er in seiner Linken Pfeil und Bogen bereithält. Dazu passend trägt Apollon einen Köcher über der Schulter. Im Gegensatz zur Vorderseite finden sich auf der Rückseite einige Beischriften, die die figürliche Darstellung einrahmen und benennen: senkrecht ist ΑΠΟΛΛΩΝΟΣ (rechts) und ΣΜΙΘΕΩΣ (links) zu lesen, also „des Apollon Smintheus“. Neben Apollons Beinen sind außerdem links zwei Magistratsmonogramme und rechts die Jahreszahl ΡΜΔ (= 144) zu erkennen. Unterhalb der Bodenlinie, auf der die Figur steht, wird mit ΑΛΕΧΑΝ der Prägeort Alexandreia Troas erwähnt.

Neben seiner Tätigkeit unter anderem als Gott der Künste, des Lichtes und von Orakeln war Apollon auch Gott der Seuchen. Diese konnte er sowohl bringen als auch abwenden. Sein für diesen Aspekt verwendeter Beiname Smintheus kann als ‚Vernichter der Mäuse‘ übersetzt werden. Schon in der Antike galten die Nagetiere als Vorboten für Krankheiten. Apollon findet als Smintheus bereits Erwähnung in Homers Ilias, dem ältesten uns bekannten literarischen Werk der Griechen. In diesem Epos wird Chryseïs, die Tochter des Apollon-Priesters Chryses aus Chryse bei Troja, zur Beute des griechischen Heerführers Agamemnon. Chryses fleht Agamemnon an, ihm seine Tochter zurückzugeben. Als der Heerführer dem Priester diese Bitte verweigert, kommt Apollon Smintheus mit Pestpfeilen in das Lager der Griechen und lässt dort eine Seuche wüten. Agamemnon gibt daraufhin Chryseïs ihrem Vater zurück, und der Gott befreit die Griechen von der Epidemie.

Das bekannteste Heiligtum des Apollon Smintheus befand sich auch in der Realität in Chryse. In dem dortigen Tempel war eine berühmte Kultstatue des Gottes aufgestellt, angefertigt von dem griechischen Bildhauer Skopas. Möglicherweise ist diese Statue auf unserer Münze abgebildet, doch fehlt die Maus, die sich unter dem Fuß von Skopas’ Werk befunden haben soll. Die Münze selbst wurde von der Stadt Alexandreia Troas (ca. 30 km südlich von Troja) geprägt. Durch die auf der Rückseite angegebene Jahreszahl 144 kann die Prägung in das Jahr 157 v. Chr. datiert werden, da das 144. Jahr nach dem Gründungsdatum der Stadt 301 v. Chr. gemeint ist. Apollon Smintheus wurde auch auf Münzen anderer Orte gezeigt, wie etwa auf solchen aus Selinunt auf Sizilien, und außer in Chryse noch in anderen Orten der antiken Welt verehrt, beispielsweise in Athen und Pergamon.

 

Details zur Münze finden Sie in der Münzdatenbank des Akademischen Kunstmuseums unter:

http://www.antikensammlung-muenzen.uni-bonn.de

 

(Text: Hannah Peters, mit freundlicher Unterstützung von Dr. Dieter Bellinger; Bildnachweis: Akademisches Kunstmuseum, Fotos: Jutta Schubert)

 

Hier finden Sie die Texte unserer "Objekt der Woche"-Reihe zum Herunterladen:

Bronzepferdchen | Inv.-Nr. C 74 (KW 15/2020)

Attisch-rotfiguriger Glockenkrater des Polion | Inv.-Nr. 78 (KW 16/2020)

Statuette eines Knaben mit Kinderwägelchen | Inv.-Nr. D 302 (KW 17/2020)

Statuette des ‚Tanzenden Fauns‘ | Inv.-Nr. 59 a (KW 18/2020)

Gemme mit Perseus, Andromeda und dem Ketos | Daktyliothek Reinhardt – Stosch cl. 3, 152 (KW 19/2020)

Sog. Großes Eleusinisches Weihrelief | Inv.-Nr. 710 (KW 20/2020)

Tetradrachme | Inv.-Nr. G.41.21 (KW 21/2020)


Öffnungszeiten:

Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 15 bis 17 Uhr

Sonntags von 11 bis 18 Uhr

An Feiertagen geschlossen

   

Klicken sie auf das Bild für einen virtuellen Rundgang durch das Museum.

 

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© 360-up.com || Marcus Mitter

 

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