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Abguss-Sammlung

Archaik (ca. 650 - 490 v.Chr.)

Die Archaik ist die frühste Epoche der griechischen Großplastik. Typisch ist die Stilisierung einzelner Körperdetails, das Lächeln und der anfangs blockhafte Aufbau der Figuren. Das frühste Exponat ist der Abguss des Löwentors von Mykene aus der Zeit um 1300 v. Chr. Daneben finden sich zahlreiche Abgüsse von Kouroi, Standbilder nackter junger Männer, Koren, Standbilder junger Mädchen sowie Beispiele archaischer Bauskulptur. Interessant sind die Abgüsse der Giebelskulpturen des Aphaiatempels auf Ägina, die noch die Ergänzungen des klassizistischen Bildhauers Thorvaldsen zeigen, die am Original wieder entfernt wurden. 

 

 

 

 

Strenger Stil (ca. 490 - 450 v.Chr.)

Der Strenge Stil ist der frühste Abschnitt der griechischen Klassik und stellt den Übergang von Archaik zu Hochklassik dar. Charakteristisch ist die zunehmende Bewegung der Körper, gut zu erkennen am Tiberapoll oder am Omphallosapoll. Neben den Tyrannenmördern, dem Gott aus dem Meer oder dem Wagenlenker von Delphi beherbergt dieser Saal zahlreiche Bauskulpturen des Zeustempels von Olympia. Auch das größte Exponat des Akademischen Kunstmuseums findet sich hier, der gut 4 Meter große archaische Isches-Kouros aus Samos.



Hochklassik (ca. 450 - 400 v.Chr.)

Der zentrale Saal des Museums zeigt einige der wichtigsten Abgüsse griechischer Skulptur, wie etwa den Fries des Parthenon aus Athen. Die Abgüsse stammen aus den Jahren 1821, bzw. 1864 - 68 und zeigen somit einen Erhaltungszustand, den die Originale durch Korrosion und Luftverschmutzung verloren haben. Weiterhin finden sich hier Abgüsse wichtiger Skulpturen wie dem Doryphoros, dem Diadumenos oder der Giebelskulpturen des Parthenon. Der Hauptsaal wird häufig für wechselnde Sonderausstellungen genutzt.



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Im Durchgang zur Originalsammlung sind einige Grabreliefs ausgestellt, wie das Dexileosrelief, das Ilissosrelief oder die New Yorker Taubenstele.


Nachklassik / 4. Jahrhundert (ca. 400 - 323 v.Chr.)

Im Saal des 4. Jahrhunderts finden sich zahlreiche Abgüsse schon früh berühmt gewordener Skulpturen, wie der Apollon vom Belvedere, der Hermes von Olympia und der Herakles Farnese. Auch Beispiele der Bauskulptur vom Mausoleum in Halikarnassos sind hier ausgestellt.
Typisch für diese Epoche ist die zunehmende Längung der Gliedmaßen und des ganzen Körpers sowie der zunehmend labilere Stand.

 

 

 

Hellenismus (ca. 323 - 30 v.Chr.)

Der Hellenismus stellt die letzte Epoche der griechischen Skulptur dar, bevor diese von der römischen überlagert wird. Sein Beginn wird mit dem Tod Alexanders, sein Ende mit der Herrschaft des Augustus verbunden. Eine stringente Stilentwicklung ist in dieser Zeit nur schwer zu beobachten, vielmehr existieren verschiedene Strömungen nebeneinander, die sich in geschlossenen, geöffneten, pathetischen oder flächigen Formen ausdrücken. Zentrale Werke dieser Epoche finden sich hier im Abguss, wie Teile des Pergamonaltars, die Nike von Samothrake, der Laokoon, die Aphrodite von Melos und der Thermenherrscher und daneben die Florentiner Ringergruppe und der Augustus von Primaporta.



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(Text und Gestaltung: Marc Kähler; Fotos: Uni Bonn, W. Klein, M. Bräker)


Aus Platzgründen können nicht alle Abgüsse in der Dauerausstellung gezeigt werden. Zahlreiche Reliefs und Köpfe sind magaziniert und werden zu Seminaren, Führungen und Sonderausstellung in den Sammlungsräumen präsentiert.

 

 

 

In Kooperation mit dem CodArchLab (ehemals Forschungsarchiv für Antike Plastik) des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln werden seit 1998 sämtliche Abgüsse des Akademischen Kunstmuseums erfasst, fotografiert und in der Datenbank Arachne zugänglich gemacht. Informationen und Bilder finden sie hier.

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