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Originalsammlung

Rotunde

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Die Rotunde ist das Herzstück der Originalsammlung des Akademischen Kunstmuseums. Die Rotunde führt eindrucksvoll vor Augen, dass der sog. Schinkelbau für das Bonner Anatomische Institut errichtet wurde: In dem runden Saal ist das ehemalige Anatomische Theater, in dem früher seziert wurde. In hohen Holzrängen nahmen die Studierenden Platz. Das Anatomische Institut zog nach wenigen Jahrzehnten aus dem Gebäude wieder aus, welches dann als Akademisches Kunstmuseum neu genutzt und erweitert wurde.

Neben Gipsabgüssen des Kassler Apolls, dreier Amazonen sowie des Frieses des Apollontempels vom Bassai finden sich hier heute die originalen Marmorwerke des Akademischen Kunstmuseums: Attische Grabreliefs des 4. Jahrhunderts v. Chr., Doppelhermen und diverse Marmorporträts, etwa der ägyptischen Königin Arsinoe II. oder der Gattin des Augustus Livia.

Vor der Tür in Richtung Hofgarten stehen die  Büsten von F. G. Welcker, dem ersten Leiter des Akademischen Kunstmuseums und von K. F. Schinkel, dem bedeutenden klassizistischen Baumeisters, auf dessen Schüler Waesemann die Pläne den ersten Baukörper des Museums zurückgehen.

 

1. Raum - Kleiner Vasensaal


Ein Schwerpunkt der Bonner Sammlung ist die antike Keramik, die in drei Sälen ausgestellt und nach der Entstehungszeit und nach Produktionsorten geordnet ist.

Kriegerkopfböotische Amph.

Der erste Raum der Originalsammlung zeigt Keramik vom Neolithikum bis zum 6. Jahrhundert v. Chr., darunter Stücke aus Kreta, von den Kykladen und Zypern, wie eine Schale mit der Darstellung eines Webstuhls.

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Es folgen Funde aus Schliemanns Troia-Ggrabung, Exemplare aus geometrischer Zeit, benannt nach den Formen des Dekors, und korinthischer Zeit, benannt nach dem Hauptherstellungsort Korinth. Gut erhalten ist die Bemalung eines minoischen Tonsarges, die einen Tintenfisch zeigt. 





2. Raum - Großer Vasensaal

Apulische Amphora

 

 

Der Hauptraum der Vasensammlung beherbergt Beispiele böotischer, attisch schwarz- und rotfiguriger, unteritalischer und hellenistischer Keramik. Gut nachzuvollziehen ist der entscheidende Dekorationswandel anhand der Beispiele in den beiden freistehenden Vitrinen. Die vordere enthält Beispiele attisch schwarzfiguriger Keramik, bei der die Figuren mit schwarzen Malschlicker aufgemalt wurden und nach dem Brand mit Ritzlinien verziert wurden. Die hintere Vitrine enthält Exemplare attisch rotfiguriger Keramik, bei der der Hintergrund schwarz ausgemalt wird, wobei die Figuren im Tongrund stehen bleiben. Nun kann vor dem Brand die Binnengliederung mit einem dünnen Pinsel gemalt werden.

 

 

 

Gnathia

Das Museum beherbergt daneben auch große Scherbensammlungen, wie es typisch ist für eine Lehr- und Studiensammlung. Einen herausragenden Komplex bilden die Fragmente des sog. Bonner Werkstattfundes, anhand derer Techniken, Herstellunsgprozesse und Arbeitsabläufe in einer antiken Töpferwerkstatt diskutiert werden können.



3. Raum - Sog. Lampensaal

PilgerfalscheLampe

Der dritte Raum - mit Blick auf den Hofgarten - zeigt Beispiele hellenistischer und italisch-indigener sowie provinzialrömischer Keramik, Exponate der römischen Kaiserzeit, darunter zahlreiche Lampen.  


 4. Raum


Der Durchgang hinter der Rotunde zeigt einige Beispiele kleinformatiger Marmor- und Terrakottaplastik.

Bronzepferdchen

 

5. Raum - Bronzesaal

 

Der nächste Raum enthält Beispiele griechischer und römischer Kleinbronzen, zahlreiche Fibeln, Schmuck und Gefäße sowie diverse Waffenteile, darunter einen persischen Helm, ein Geschenk des Schahs von Persien an die Bundesrepublik Deutschland. In einer Wandvitrine befinden sich Beispiele von Edelmetallarbeiten und Edelsteinen.

 

 

6. Raum - Terrakottasaal  

Tanagräerin

 

 

 

 

Einen weiteren Schwerpunkt der Sammlung machen antike Terrakotten aus. Hervorzuheben sind qualitätvolle Stücke aus Unteritalien, Etrurien und Sizilien, aus Ostionien und den griechischen Inseln. Wichtig ist weiterhin ein ägyptischer Holzsarkophag aus Abusir. Die Grabbeigaben, u.a. zwei Schabeisen, beweisen den griechischen Charakter der Bestattung.

 

Ein Highlight des Museums ist schließlich das Mumienporträt eines jungen Mädchens aus Ägypten, welches zu den besten der Gattung gerechnet wird.


 

 

  7. Raum - Münzsaal

 

 

Münze

Der nach den Sanierungsarbeiten neu hinzugekommene Ausstellungsraum ermöglicht nun einen kompletten Rundgang durch die Originalsammlung. Hier sind die umfangreichen Sammlungen antiker Münzen und antiken Glases weitaus großzügiger präsentiert. Erstmals werden nun Beispiele antiker Stoffe und Gewebe ausgestellt, daneben eine Auswahl an Alltagsgeräten.

 

 

 

 

 


(Text und Gestaltung: Marc Kähler; Fotos: J. Schubert, W. Klein, M. Bräker)

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